Sonntag, 25. Mai 2014

Erntedank in der Deepsky Kolchose


Als Antwort auf Bennys Beobachtungsbericht, meine Eindrücke einer tollen Nacht im Taunus:



Hi Benny, Grüße allen Genossen Wink


Das Erntedank-Beofest der Kolchose, zum feierlichen Abschluß der Galaxien-Hauptsaison war wirklich ein Gelungenes und begann für mich und den Astroengel ja auch schon vor Einbruch der Dunkelheit. Die PreBeobachterische Calzone-Mast mit dem König der Astrowastler war für sich schon ein Highlight, nicht nur dieser Nacht! Die Partyvorbereitungen hast Du, Benny, ja schon breit dargelegt und den Musketier-Prost-Schuß im Abendrot mit eingestellt! Das weitere "Große Hallo" lasse ich daher mal weg, meine MitKolchisten wissen ja daß wir "Spaß inne Backen" hatten!

Beobachterisch hatte ich heute, dank angegriffener Schulter, schon vorzeitig aufs "Kleine Besteck" wechseln müssen. Ich konnte nur mitnehmen was mit einer Hand zu tragen war und da ist selbst der fette Koffer des 4" Binos nebst Gabelmonti schon was für Astronomen mit Domstrebe am Bizeps Laugh

Ich hatte mich schnell an "Tralala" warmgeschaut und machte mich sogleich auf die Suche nach zuvor mit 10" beobachtetem, den Himmel so auf Transparenz und Tauglichkeit prüfend. N4631, die Walgalaxie aus dem letzten BB ist ja schnell gefunden und auch sehr prächtig anzusehen, mich hatte aber interessiert ob auch der Hockeyschläger NGC 4656/57 mit 4" geht, was mir gleich zu Beginn aber erstmal nicht gelang...ich staunte - doch noch etwas hell. In die andere Richtung hatte ich dann aber mehr Glück: IC 342, mein HassLiebling mit dem seltsamen Verhalten bezüglich Sichtbarkeit mit verschiedenen APs war mit einem Schwenk gefunden und lächtelte bei 40-fach gar mit ein paar erahnbaren Details zu mir runter.

Nach einigen weiteren Kontrollbeobachtungen wurde ich auch schon zum ersten Kontrollstop in Richtung Rainers Lichtbrücke, (dem Faint-Fuzzy-Labor der Kolchose) gerufen, die man eigentlich "Rainers Brücke in die Dunkelheit" nennen sollte, denn im Zweifel hat er sich derart funzligen Kram rausgesucht daß man wieder nur raten kann was er nun wieder drin hat.  Verraten wurde mir erstmal nix, ich erinnerte mich aber...vorsicht Wortwitz...dunkel Wink daß unser Quasarkönig sich auf die Jagd nach IC 1101 machen wollte. Interessantes Teil, besonders die reale Größe ist beeindruckend, aber da soll der Meister selbst referieren. Visuell erfassen konnte ich schon etwas, nachdem ich eingewunken war auf was es zu achten galt und recht schnell gelang mir auch die angefragte Sichtung: Ein eher dreieckig als oval wirkendes "Etwas" schälte sich aus dem Himmelshintergrund und war jeweils für Sekunden deutlich zu halten, dann aber wieder sehr schwer bis unsichtbar. Erstaunlich fand ich, daß mir quasi das ganze Gesichtsfeld "irgendwie gesprenkelt" vorkam...was angesichts des Fotos der Umgebung kaum verwundern mag - aber unmöglich eine echte Sichtung des "Zeugs drumrum" gewesen ist. (Ich forsche noch, ob man das überhaupt mit 12" wahrhaftig erfassen könnte, bin mir aber eigentlich sicher hier auf irgendetwas anderes hereingefallen zu sein - von Fabelbedingungen kann man bei uns im Taunus Ende Mai ja kaum reden. ) EDIT: Näää! Blanker Irr- und Schwachsinn! Da geht nix...lächerlich! Sorry für den Stuß^^  Das eigentliche Ziel, IC 1101, haben wir aber zu viert gesehen und auch alle bestätigt.
Jedenfalls gab es hier schonmal was zu sehen das ich mir selbst wohl nicht ausgesucht hätte, trotz meiner bekannten Liebe für Fluffiges^^ Danke Dir, Rainer!

Den Okularvergleich den Benny schon umrissen hatte, hatte ich auch schon lange herbeigesehnt, wartete das bereits im September letzten Jahres erworbene und seither mit großer Begeisterung eingesetzte 24mm Explore Scientific 82° auf den direkten Vergleich mit dem 26mm Nagler. Ein Vergleich der definitiv nicht hinkt! Trotz der, entgegen meiner Annahme, sichtbar verschiedenen Brennweite (Ich hatte vermutet, daß dies nicht ins Gewicht fallen würde, wurde aber eines besseren belehrt! Man muss allerdings wirklich direkt vergleichen, sonst merkt man es nicht.) möchte ich die Okulare als absolut ebenbürtige "Konkurenten" bezeichnen, wenngleich weitere, vielschichtigere Tests mit mehr Objekten und an meinem Teleskop noch ausstehen. Trotzdem sehe ich mich bestätigt: Hier kann man Geld sparen! Das für das grüne Okular nämlich, denn was einem für weniger als das halbe Geld in Form des ES 82° geboten wird, steht wirklich keinesfalls hinter der "Heiligen Kuh" zurück und macht den Kauf vom Geschäft zum Schnäppchen, denn den Unterschied in der bloßen Abbildung muss man sehen WOLLEN! Die für den Taunus sehr passende AP an f5 macht das Okular für mich zum Kauf, den ich in keinster Weise bereue und ohne mit der Wimper zu zucken allen unbebrillten Beobachtern mit schneller Spiegeloptik empfehlen kann.

Zurück am eigenen Bino unternahm ich nochmal einige großzügige Schwenks, VIR und COM ankratzend...in UMa nach Komet C/2012 K1 PanSTARRS schauend (sehr hübsch und leicht zu machen bei sowohl 20- als auch 40-fach und interessehalber probiert: auch im 10x50 zu sehen), versuchte mich an den Begleitgalaxien von M82 (leider das dunkle Zeitfenster verpasst und daher nicht entdeckt)

*Plattenadel über Platte Geräusch*

"Ah, Hallo Rainer!" BigGrin "Japp, Seyfert's Sextet schau ich mir gerne mal an..."
Leider blieb der Sechser nur zu Dritt, denn auch hier schlug der immer heller werdende Himmel deutlich zu, es war auch mit angezogener Bergrößerung kein Kontrast mehr zu reißen, der einen weiteren Kandidaten zu Tage gefördert hätte. Trotzdem Danke ich unserm Funzelmeister, daß er mir unermüdlich schöne Sachen zum Fraße vorwirft. Auch "Die Mäuse" hatte ich zwar ein paar mal bei anderen Beobachtern gesehen, selbst aber noch nie aufgesucht und nun ist der Drops wohl auch für dieses Jahr wieder gelutscht.... 


Eine Nacht mit meinen "Finstren Gesellen" ist ja ohnehin nie vergeudet...aber dieses rauschende Fest wird mir noch länger in SEHR wohliger Erinnerung bleiben.
Vielen Dank, Ihr Buben!  So gehört das.......


Gruß und allzeit klaren Himmel.... Ваше здоровье ! LOL


Jan