Freitag, 5. Dezember 2014

Spannendes Projekt: Beobachter-Atlas für Kurzentschlossene (BAfK)

Durch einen Klick auf eine Forensignatur wurde ich kürzlich auf ein sehr interessantes Projekt aufmerksam das ich gerne vorstellen möchte!


Auf den Seiten von René findet man seit Ende November einen kleinen "Atlas" (ich würde es mangels Karten einfach "Handbuch" nennen) mit Objektbeschreibungen und Kommentaren, kurz: ein Hausaufgabenbuch :)

Wer - eigentlich schändlich, aber nicht immer zu vermeiden - die  Beobachtungsnacht mal unvorbereitet angehen mußte weil sich die Gelegenheit eher spontan ergab oder wer unter chronischem Zeitmangel leidet, dem wird das Problem bekannt sein: Himmel über dem Teleskop ist vorhanden, aber "Was gucken?". Hier will René nun Abhilfe schaffen indem er sein eigenes Beobachtungshandbuch (BAfK) erstellt.


Titelseite mit Legende

Seite 2
Nach Sternbildern geordnet und innerhalb der Sternbilder nach Alphabet gelistet  gibt es zu jedem Objekt die Größe, Helligkeit, Entfernung, Filterempfehlung und eine Angabe mit welchem Instrument man anrücken sollte um es zu sehen. Eine kurze Beschreibung was zu sehen ist, nebst astrophysikalischen Besonderheiten und ein invertiertes DSS Bild des Objekts (teils auch eigene Werke) - so sehen gemachte Hausaufgaben aus!



Inhaltsverzeichnis

Derzeit nennt das Projekt, das noch im entstehen ist, um die 400 Objekte Edit: mittlerweile (23.12.2014) über 500! Objekte. Am 20.02.2015 kam die nächste erweiterte Version mit nunmehr 700 Objekten! Der Ersteller ist wohl fleißig bei der Arbeit, peilt einen Umfang von etwa 1000 Objekten an und ich werde aufmerksam dranbleiben, denn mir gefällt sehr was hier vorab gezeigt wird. Dass hier und da noch kleine Fehlerchen vorhanden sein könnten räumt der Autor ein, aber drastisches fiel mir bei erster Beschau mal nicht auf, mir entlockte es eher mentales Schulterklopfen und inneren Applaus... ;)

Prädikat: sehr unterstützenswert! Weiter so!




Gruß und klaren Himmel

Der Jan




Mittwoch, 12. November 2014

JanEtarium unterwegs: Die Volkssternwarte Bad Nauheim

Gestern Abend war wieder Zeit für eine EJA (Extra-JanEtaricular Activity) ;) Es trieb mich erneut in die Volkssternwarte Wetterau in Bad Nauheim (unbedingt auch die Geschichte erlesen! Sehr interessant...) wo ich hoffte wieder einem kleinen Vortrag lauschen und vielleicht ein paar (alt-)bekannte Gesichter treffen zu können. Beides wurde auch erfüllt, schon fürchtend ich bliebe ganz alleine mit "Wemauchimmer" stand ich zunächst etwas verlassen in der Nacht herum, doch fuhr kurz vor der Öffnung um 20 Uhr ein kleiner Bus Menschenkinder vor und auch der Vortragende/Wachhabende des Abends wurde mit Schlüsseln in der Hand vorstellig. Zu meiner freudigen Überraschung handelte es sich um Thorsten Güths, seines Zeichens Co-Leiter der "Fachgruppe Dark Sky" der Vereinigung der Sternfreunde, mit dem ich schon bei einer früheren Gelegenheit gefachsimpelt hatte und der mir als sehr freundlicher Mensch im Gedächtnis geblieben war.

Es gab zwar an diesem Abend nix zu beobachten außer "flächigen H2O-Regionen über der Stadt", Lies: Wolken ;)   aber der kurze Vortrag von Thorsten und der Plausch hernach waren interessant und angenehm und mein Dienstagabend so sinnvoll und kurzweilig verbracht. Während Thorsten der mit mir anwesenden Gruppe die mir wohl bekannten Instrumente der Sternwarte präsentierte fand ich noch Zeit für ein paar Langzeitbelichtungen der mir zu Füßen liegenden Stadt und schon bevor der Turm geöffnet wurde hatte ich Gelegenheit eine Außenaufnahme in finsterer Nacht zu schießen.


Bad Nauheim bei "Nacht"...

Turm der Volkssternwarte Wetterau (ja, es ist gerade "dunkel"!)


Vielen Dank an Thorsten für den Vortrag! In der Sternwarte ist übrigens jeden Dienstag ab 20h was los: Entweder gibt es was zu schauen und einen Vortrag von wechselnden Referenten oder.....naja....es gibt halt nur den Vortrag ;) Auf jeden Fall kann man dort aber immer einen netten Plausch halten und wenn man, wie ich, ein paar Meter weg parkt ist auch ein schöner Spaziergang durch den Wald mit dabei...

Mir macht es jedenfalls immer Spaß die Kollegen dort zu besuchen! Fahrt mal hin....
Und nehmt einen "Fünfer für die Wutz" mit, man gibt sich dort redlich Mühe ihn zu verdienen!


Gruß und klaren Himmel

Der Jan


Dienstag, 4. November 2014

Dinge IN den Plejaden



Bei meinen Recherchen rund um die gerade gestartete kleine Serie von Buchvorstellungen stieß ich in meinen reichhaltigen Archiven wieder auf eine schöne Sache, die ich zwar schon vor langer Zeit mal hingepfuscht....aber nie richtig vorgestellt hatte. Da die Plejaden gerade wieder begonnen haben uns am Himmel zu erfreuen und meine Skizzen schnell hochgeladen sind....

Ein paar Asterismen IN den Plejaden. Schon im 10x50 geht hier was, den "Kleinen Orion" sieht man im 20x80 etwas schöner.



"Nessi", wahlweise ein Dinoname Eurer Wahl, oben links

"The Lizard", die Eidechse kriecht von oben rechts ins Bild.
Wer findet die Hinterbeine und den Schwanz?

"Der (sehr) kleine Orion" direkt bei Alkione


...und wenn ich noch ein wenig weitersuche finde ich vielleicht sogar die kleine Karte mit allen Asterismen in M45, anhand welcher ich diese Kritzeleien angefertigt hatte^^ Ich liefere das gerne noch nach, wer schneller ist, der sende mir einen Link ;)


Gruß und klaren, dunklen Himmel

Der Jan


Astronomie mit Fernglas und Rich-Field-Teleskopen

In der Edition Schwarz Weiß


 Das Buch das eigentlich ICH schreiben wollte.... ;)

Mit seinem Werk hat Alexander Kerste mir wirklich aus der Seele geschrieben, denn ein Buch wie er es abgeliefert hat gab es bis dahin noch nicht am deutschen Markt der 20XXer Jahre. Natürlich haben sich in grauer Vorzeit schon einige Autoren mit der Thematik befasst, aber ein aktuelles Werk - ganz besonders dieses Umfangs - suchte man bislang vergebens. Ich hatte gar selbst schon angefangen an einem....dem Vorliegenden nicht ganz unähnlichen...;) eigenen Buch zu arbeiten weil mir dieses Thema eben sehr am Herzen liegt und ich gerne weitergeben wollte was mir in Jahren der Recherche und Beobachtung an Wissen zueigen geworden war, doch nun war der Kollege etwas schneller und das ist wahrscheinlich auch ganz gut so ;)

Die Strukturierung des Buches ist exakt wie ich sie mir gewünscht habe. Nach Sternbildern sortiert, alphabetisch, damit man auch was findet! Zu jedem Sternbild erhält man Beobachtungstipps, direkt auf der nächsten Seite gibt es eine Übersichtskarte, die in vielen Fällen zur Aufsuche bereits genügen kann. Einen kleinen Sternatlas (den "Vizi" oder den Deepsky Reiseatlas) kann man immernoch hinzuziehen.

Übersichtlich, direkt mit rudimentärer Aufsuchkarte
Auf den ersten 40 Seiten gibt es zunächst die wichtigsten Punkte der Teleskop-, Fernglas- und Beobachtungstheorie, etwas Himmelsmechanik, Sonne, Mond, Planeten... was man eben so wissen sollte um nicht gleich eine Bauchlandung hinzulegen.

Von Doppelsternen, Veränderlichen, Sternhaufen in "offen" und "kugelig", über galaktische Nebel bis zu Galaxien weiß A. Kerste einiges zu berichten und die von ihm getroffene Auswahl überzeugt. Hoch erfreut war ich, daß er es nicht dabei belassen hat Phil Harringtons englischsprachigen Klassiker T.U.B.A. einfach zu übersetzen, wohlob er sich sicher davon inspirieren ließ, schließlich sind auch "Die Harringtons" als eigene Objekte im Buch beschrieben. Eigene Favoriten kamen hinzu, ein paar Objekte wurden weggelassen und die Beschreibungen sind nicht einfach abgepinnt, sondern wirklich über Jahre aus eigenen Beobachtungen entstanden, das merkt man.


auch in GEM gibt es Interessantes...

In ein paar Punkten bin ich mit dem Autor nicht ganz einig. Manche, von Ihm als "leicht" beschriebene Objekte, finde ich recht sportlich...andere, von Kerste in die Kategorie "schwierig" eingeordnet, wiederum habe ich mit einiger Leichtigkeit beobachten können. Konkret: Die Galaxie NGC 6946 in CEP läuft im Buch von Kerste als "auch im Großfernglas schwer", während ich keine Mühe habe diese im Pärchen mit dem offenen Haufen NGC 6939 im (montierten) 10x50 Glas zu beobachten. Auch ein Sternfreund hat dies mehrfach nachvollzogen, gar mit einem 7x35 hatte er Erfolg.

Den Hexenkopfnebel wiederum suche ich bislang völlig vergebens, egal in welchem Glas, habe mir diesen aber aufgrund der Klassifizierung im Buch ("im 10x50 sehr schwach" , im Teleskop nicht unbedingt deutlicher) mal zur "Chefsache" erklärt ;) Ich werde berichten! Ganz unrealistisch scheint die Sache ja nicht zu sein und ich werfe hier niemandem eine Fehlsichtung vor.
 
Schieben wir es mal auf im Detail unterschiedliche Ausrüstung und die Himmelsqualität am jeweiligen Standort - in den Alpen sieht man mehr als im Taunus und im Ruhrpott weniger als in der Heide... Hat der Autor sein Fernglas immer montiert benutzt oder sind alle Beobachtungen frei gehalten durchgeführt worden? Auch das entscheidet sehr über "gesehen" oder "nicht gesehen".


Im Anhang des Buches finden sich noch diverse Tabellen, sowie Bilder und Tipps zu jedem Mondalter. Man bekommt so einen kurzen Abriss der Schaustücke unseres Begleiters. Auch hier kann zusätzliches Kartenmaterial aber nicht schaden, wer mit mehr als 20-facher Vergrößerung auf den Trabanten hält wird schnell Fragen haben.

Als "Bällchengucker"-Buch versteht sich des Autors Werk aber auch nicht, in der Hauptsache ist der Ferne Himmel beschrieben und wer hier zugreift tut dies in aller Regel nicht um Krater zu zählen oder Wolkenbänder aufzulösen, sondern zum spazierengucken!


So lautet denn auch mein Fazit: Derzeit wohl DAS Spazierguckerbuch! Wer sich den Himmel gerne mit kleiner Vergrößerung erschließen will, sei es zum Genußgucken daheim und auf Reisen oder aber weil das Budget für eine größere Optik noch nicht reicht, der findet im 296 Seiten fassenden Buch von Alexander Kerste geballtes Wissen und jede Menge Tipps und Anregungen wie aus dem Fernglas und dem Kleinteleskop das Maximum herauszuholen ist.


Note 1! Kaufen! :)


Gruß und klaren Himmel

Der Jan

P.S. Ein Interview mit A. Kerste zur Entstehung des Buches gibt es hier zu lesen. "Wie hat der Dichter das gemeint..." hat mich schon in der Schule nicht recht fesseln können, hier geht es ja um ein eher technisches Werk, aber sympatisch scheint der Mensch Kerste allemal :)


P.P.S  Man sehe mir nach, dass für mich die Objektkunde und Praxistauglichkeit im Vordergrund stand, der Lesespaß und wie lange er euch erhalten bleibt war mir geflissentlich wurscht :D Lyrisches hatte ich hier ohnehin nicht erwartet. Bei mir liegt das Buch "zur Inspiration im Denkzimmer"  - lies: aufm Klo...^^

Dienstag, 1. Juli 2014

Erfahrungsbericht zum 12-Zoll MF-Dobson

Ich durfte bei einer Mitbeobachterin eine Nacht mit dem Gerät verbringen und bekam so einen ersten kurzen Eindruck von der Beobachtungstauglichkeit des 12" MF-Dobson, ebenso kurz soll auch meine Betrachtung ausfallen :)


Beim Aufbau war ich zweimal Zeuge und durfte einmal helfen. Dieser geht leicht und fix vonstatten, alle Verbindungen fügen sich schön zusammen und sind problemlos und ohne Werkzeug zu fixieren. Die Versteifung des Trusses per Drahtseilen/Spannern, die zunächst etwas befremdliches Augenbrauenlüften auslöst ist durchaus sinnvoll und auch weniger "im Weg" als man denken mag. Das Gesamtkonzept mag dadurch etwas unausgegoren wirken, hat aber durchaus seine Bewandtnis, da so die nötige Steife ins System gebracht wird, die man bei anderen, noch kompromissbehafteteren Konstrukten vermisst. Wir reden hier über ein REISEdobson das auch reisen soll, nicht über "federleichtbau Spielzeug" das zu Showzwecken oder als Machbarkeitsstudie zusammengeschossen wird. Da die Seile schnell eingehakt und gespannt sind entstehen hier keine großen Verzögerungen oder Potential für Ärgernisse, das Gestänge eines "Hofheim"  (der dann auch noch instabiler ist!) zusammenzuschrauben hält länger auf.

Die Justage des Fangspiegels
gestaltete sich etwas tricky, da ein Standard-Inbus zu kurz und ein Schraubendreher mit Wechselköpfen zu dick sind um hier ohne Verrenkungen zu Werke zu gehen. Es MUSS ein T-Griffdreher eingesetzt werden, der zwar womöglich in vielen Haushalten vorhanden ist, aber man muss es eben vorher wissen, sonst wird es schwierig. Einmal im Okukoffer ist das "Problem" dann aber vom Tisch. 

Der Hauptspiegel ist werkzeuglos von oben zu justieren, sehr sinnig nur über 2 bewegliche Stellschrauben und eine fix Verbindung, Irrtümer "wo drehe ich denn jetzt?" sind so auch von Einsteigerhänden kaum zu begehen.

Lastverteilung/Balance:
Fertig aufgebaut OHNE Streulichtblende neigt das Scope aus niedrigem Winkel (< 35° Höhe ) etwas zum steigen! Im konkreten Fall kein Problem, da alle eingesetzten Okulare schwer genug waren. (respektive leicht genug um es nicht ins nicken zu bringen) Getestet wurden:
24mm und 14mm ES 82°, 13.4mm und 7.2mm Speers Waler UWA und das 7.5-3.5mm AstroZoomWAN. Wie sich das Gerät allerdings verhält wenn man einen leichten Baader PushFix und ein 2,5mm Nagler oder ein einfaches Plössl  einsetzt....wäre interessant zu prüfen. Allzu leicht darf das optische Zubehör nicht sein.

Führung/Losbrechmoment:
NULL Klagen. Das MF-Dobson bewegt sich butterweich ohne "wegzulaufen", das heisst: Wird es losgelassen steht es auch endgültig. Beim Nachführen läuft alles ruckfrei und ich konnte alles sehr präzise einstellen. Zittern im Scope ist nur bei echtem Mutwillen zu generieren, allerdings habe ich das nur bis 7mm Okularbrennweite (= ~210-fach Vergrößerung ) geprüft.

Den werkseitig verbauten RIGEL Quickfinder mag ich persönlich ob des hundsmiserablen Einblicks nicht, hier würde ich noch etwas ändern, andere Benutzer wären vielleicht glücklicher damit. Bei mir käme ein anderer Pointer zum Einsatz.

Der Serien Helical OAZ ist der große Schwachpunkt des Geräts. Ohne Ringklemmung verkannten Okulare schnell und wer "Augenstücker" Wink mit extrem unterschiedlichen Fokallagen verwendet, der kurbelt sich schnell einen Wolf! An der Drehfokussierung selbst habe ich nichts zu meckern, der OAZ läuft satt genug und ist feinfühlig einstellbar. Befremdlich allerdings ist das Schmiermittel im Gewinde! Geruchsempfindliche Gemüter werden es störend wahrnehmen, viel schlimmer fand ich aber, daß man es an Hände und Okulare bekommt! Ohne ausgiebige Reinigung des demontierten OAZgewindes sollte hier nicht losgelegt werden,
ein Punkt an dem Herr Fitschen schon ab Werk nochmal prüfen sollte ob´s nicht anders geht.


MEIN Fazit: Tauglich! Aber man kann - wie bei allem - hier und da nochmal nachsetzen und Kleinigkeiten (!) ändern/verbessern. Alles in Allem aber ein echt taugliches Gerät, das ich ruhigen Gewissens empfehlen kann. Langzeittests vorbehaltlich.

Wer sollte es kaufen? Jemand, der auch MAL (!) damit fliegen will, denn es verpackt sich nicht soo klein und "leicht" geht anders, ABER: man baut ein "ausgewachsenes Teleskop" auf - kein Spielzeugdobson.

Wer nicht? Vielflieger, die ein Rucksackdobson auf einen Berggipfel stellen wollen! Denn das ist das MF 12" nicht. Eher ein platzsparendes, Rückenschonendes Heimdobs, das der holden Gattin beim Staubsaugen nicht im Weg stehen darf Wink
Aufgrund der steifen Konstruktion kann man das Gerät aber auch aufgebaut stehen lassen und -Körperkraft und "Bundeswehr Tauglichkeit 3" vorausgesetzt - auch in diesem Zustand transportieren. Der sehr zart gebauten Besitzerin wird es aber ein wenig zu schwer sein Truss+Box zusammen zu bewegen,
da hob ich schon leichter.

"Fazit des Fazits" BigGrin Kein Leichtbau, einfach ein gutes transportables Teleskop - wenn man sich über gewisse Details der Handhabung und den gewünschten Einsatzzweck im klaren ist und sich darauf einstellt.


EDIT: Einen Nachsatz habe ich doch noch: Warum, Herr Fitschen...WARUM in aller Welt haben sie die Höhenräder so klein konstruiert? Mussten Diese wirklich aufdeibelkommraus noch in die Kiste passen? Crying Es wäre am "Ende des Tages" wirklich egal wie man die Sicheln transportiert und es gäbe dem Gesamtsystem mit Sicherheit eine stabilere Balance. Wenn Sie MIR mal ein Teleskop bauen dürfen: Bitte mit Sicheln veritabler Größe - ich krieg die schon irgendwie in den Flieger oder ins Auto Wink Nur so ein Gedanke, vielleicht in "Serie Mk. II" ? 

Ein weiterer Erfahrungsbericht findet sich im Forenthema von Riann, wo diese Zeilen ebenfalls zu lesen sind.

Gruß und klaren Himmel

Jan

Sonntag, 29. Juni 2014

Dunkle Sommernacht am Bodensee

Erneut ein Addendum zu einem "fremden" Beobachtungsbericht, diesmal unter dem Motto "JanEtarium On Tour":

Meine Gastgeberin Riann hat hierzu einen Beobachtungsbericht ins Forum gestellt,
hier nun meine Erlebnisse der Nacht am Bodensee:



HalliHalloHallöchen :)


Ja! Auch ich in Arkadien BigGrin Und sehr angenehm beobachten ließ sich währenddessen noch dazu, wie Ihr schon lesen konntet. Klar, habe auch ich was gesehen und erlebt und darum soll es nun auch direkt gehen....

Da die „Frau Starseeker“ mir beim Verkauf meines 13,4er Speers an sie leichtsinniger Weise auch ihre Adresse gab - Hey! Wo hätt ich das Ding denn sonst hin schicken sollen BigGrin - wusste ich natürlich wo ich mal anfragen kann wenn es mich mal in die Gegend um den Bodensee treiben sollte.
Gesagt, getan. Letzten Dienstag schaukelte ich das BeoMobil mit "Bettsie" im Bauch in den Süden der Republik; Geocaching, Sightseeing...und vielleicht ein wenig Guckerei wenn das Wetter mitmacht?
So war der Plan.

Plan! Genau! Keiner bereitet den, vom Alpenraum und seinen nocturnen Verlockungen noch völlig unbefleckten, Forenkater auf das vor, was ich dann dort vorfand!
DUNKLER HIMMEL!! Ende JUNI!!! Gewöhnlich stelle ich das Scope nach meinem Geburtstag in die Ecke, weine kurz ein bisschen meinen geliebten GLXs nach und greife dann zu den Ferngläsern,
die Genüsse Weitfeldiens und Neblistans im Sinn, einen lustigen Schwenk über die Sommernebel und Häuflein erhaschen....nett!...ein wenig freuen....Gut, warten wir auf September,
dann kann man wieder was g´scheits gucken...

OK, ich ahnte es ja Wink Man hört es allenthalben, und die ORKs (= Ortskundige, Bewohner...) schärmen ja ohne Unterlass. Im Sommer ist es auf 50° Nord schon reichlich hell, wie groß der „Sprung in die Dunkelheit“ aber schon bei N=47° sein würde... Hammerhart Wink

Die Nacht begann schon gegen 18 Uhr (Neee! Da war´s noch hell! Wink ) mit dem ausgiebigen – ich lernte ein neues Wort - „bepfoten“ des jüngst von Riann erworbenen MF-Dobsons, zu dem es ja mittlerweile auch einen Erfahrungsbericht im Forum gibt. Hier hatte ich, neben meinem kritischen Urteil zum Teleskop, auch versprochen mal die diversen Justagehilfsmittel in Aktion zu zeigen und hatte neben dem von mir präferierten Laser aus dem Hause Becker (drehen-und-mehr) auch noch ein Spheretec Concenter im Gepäck. Da meine sehr wissbegierige Gastgeberin zuvor „nur“ die Justage mit dem Cheshire-Okular kennengelernt hatte, war es an der Zeit hier mal zu zeigen wie man es auch alleine, in dunkler Nacht und mit kurzen Armen Wink sehr präzise und auch ungleich schneller hinkriegt einen Spiegelboliden zu justieren.

Die Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit verging dank reichlich Fachsimpelei auch wie im Fluge und es konnte mit dem Beobachten begonnen werden. Bis der Spiegel ausgekühlt war wurde noch fix mit dem 20x80 über ein paar Standards geritten, aber auch hier zeigte sich schon daß ich da eine sehr hungrige, sehr gelehrige Schülerin an meiner Seite hatte. Auch wenn sich das Fernglas nicht auf die perfekte Augenweite knicken ließ hatte hier jemand offenkundig echte Freude am Hobby.

Auf meine Frage nach dem ersten Objekt für das hauseigene 12“erchen blickte ich in begeistert leuchtende Augen, die zu meinem Erstaunen auch bedeutungsschwanger, leicht erzürnt blitzten: Mit M81 habe sie noch ein Birnchen zu schälen, so die Auskunft – hier war jemand wohl noch latent sauer, daß es mit dem zeichnen vor einigen Wochen nicht so recht klappen wollte weil die kürzeren Okulare durch ein Technikdetail nicht in den Fokus zu bringen waren.

Gut, einmal M81 zum mitnehmen, bitte Wink Nachdem geklärt war was man da wie wo mit dem Rigel anpeilt war das Pärchen auch schnell entdeckt....und Enttäuschung machte sich breit. Nix mit Struktur im Objekt der Begierde, der Himmel gab es nicht her und...sind wir ehrlich...ein Detailbomber ist diese Sb-Galaxie mit dem wunderschönen Nachbarn M82 nun eigentlich wirklich nicht. Wenn dann noch die Bedingungen nicht perfekt passen wird’s schwer mit dem Staubband.

Da der Norden/Nordwesten tatsächlich noch etwas heller schimmerte als der Rest der sonst sackdunklen Nacht über dem „Riannotarium“ Wink und sich hier und da noch leichte Schlieren weigerten den Himmel ganz freizugeben, schlug ich als Alternative vor einige Grad weiter nach links zu schwenken. Messier 51 sollte etwas besser gehen und ist aufgrund der Struktur auch ein dankbareres Objekt für meine kreidefressende, zeichenhungrige Auszubildende.
Die Aufsuche war schnell erklärt, nach korrigieren eines Fehlers in meiner Wegbeschreibung (ich benutze nicht immer die korrekten Termini wenn ich was mitzuteilen habe :p ) auch fix eingestellt und ich hörte zum ersten Mal wie es klingt wenn „Die Patientin“ begeistert ist! „Mjam, Mjam, Mjam....“ tönte es aus Richtung des Okularauszugs und ich wusste: Hier hat wer Spaß bei der Sache und ich musste in Deckung gehen um nicht von umherfliegendem Zeichenkreideschrappnell erwischt zu werden! BigGrin


Später am Abend – die Ereignisse stehen in Rianns Teil dieses BB ja schon sehr ausführlich – der Himmel war von Minute zu Minute besser, dunkler, transparenter geworden – fand ich, es sei Zeit für ein Spielchen das ich mir angesichts des vorhandenen Equipments für eine „Kleine Nebelei“ ausgedacht hatte: Der MF Dobson hat zwar eine Vorbereitung für einen Filterschieber (Grundplatte ohne Schublade), jedoch fiel diese einem Detail bzgl. der Fokallagen der Speerse zum Opfer und war obendrein, dank nicht mit eingekauftem Schieber, auch noch wegen Nutzlosigkeit demontiert.
Da ich aber wusste, dass in dieser Nacht 2 identische Übersichtsokulare (24mm ES 82°Wink am Start sein würden, war das auch nicht unbedingt von Nöten – den ES [OIII]-Filter einfach an eins der beiden Okus schrauben sollte hier schon für einen tollen Effekt sorgen... „Nebel an, Nebel aus“ per simplem Okularwechsel – schneller und unkomplizierter geht es ohne Schieber wirklich nicht!

Die Reaktionen als ich den „Sturmvogel“ im Zirrusnebel „anknipste“ waren entsprechend dramatisch und ich freute mir ein Loch in den Bauch, daß ich mal Gelegenheit habe dabei zu sein wie jemand wirklich am OAZ ausflippt! „Pickerings Triangular Whisp“ und die „Knochenhand“, ein wenig „Nordamerika“ = N7000....nochmal zu M27.... Da brannte der Himmel ein extraschönes Feuerwerk ab und auch ich gewann einige wirklich beeindruckende Ansichten an altbekannten und eigentlich von mir nicht so sehr präferierten Sachen.

Wieder ein Weilchen später - ich hatte immer wieder verstohlen geschaut wann sie endlich ums Hausdach rumgeschlichen ist und hoch genug steht – war es endlich Zeit für den letzten Star der Nacht: M31, die Andromedagalaxie war endlich in Schußweite! Die kennt sie noch nicht, das wird sie umhaun :) Nachdem ich meiner „Azubine“ den Weg dorthin, wie auch die freisichtige GLX selbst gezeigt hatte (schon das ließ den Kiefer hörbar klappen...) gab es unsere Nachbarin auch „witout any further ado“ und ohne viel Gefuchtel aufs Auge. „Oh...die ist aber doch recht hell! Aber so klein? Dachte die wäre grö........OH!“

Erraten? Jipp....ich hatte beim Überlassen des Teleskops ein wenig gewackelt und ihr zuerst M110 übergeben BigGrin beim Nachführen traf sie dann der Schlag: „Was für ein MONSTER!!“

...und das lass ich mal so stehen! Wink Den Rest kennt ihr ja schon von weiter oben.

Am meisten Spaß hatte ich in dieser Nacht (und der folgenden...) aber wirklich an den erstaunten und begeisterten Reaktionen der Hausherrin. Danke, Riann...SO geht FREUDE am Gucken :) Das war mir ein echtes Fest! Ich kann ja sonst immer nur anhand der BBs erahnen wie es bei unseren Forenschützlingen und -kollegen so zugeht wenn sie etwas neues entdecken, einen Neukauf ausprobieren oder einfach mal die Bedingungen stimmen und man SIEHT worüber sonst nur geschrieben wird. Ich bin nicht dabei wenn jemand etwas testet das ich ihm/ihr geschrieben habe, in der Hoffnung eine kleine Hilfe zu geben....in den 2 Nächten mit Frau Starseeker trieb es mir vor Freude über das miterlebt fast die Tränen in die Augen ! Nochmal Vielen Dank für dieses Erlebnis...
Und Deinen sehr netten Lebensgefährten, welcher sich sehr geduldig ob dieses „schrägen Hobbys“ Wink das ihr noch nicht so recht teilt, zeigte, kriegst Du sicher auch nochmal mit nach draußen wenn es über Euch mal richtig brennt ThumpUp


Gruß und allzeit klaren Himmel

Jan

Samstag, 28. Juni 2014

Gastbeitrag: Großes Himmel-Einmaleins mit gestreiftem Besuch

Mal wieder ein Gastbeitrag, diesmal eine Beobachtungsbericht von Riann zu meinem Besuch bei ihr am Bodensee:


Hallo Forianer,

die Beobachtungssession des vergangenen Dienstag (25.6.) war eine ganz besondere und mein absolutes Jahreshighlight. Deshalb wird das auch ein sehr langer BB, seid gewarnt Wink
Es begab sich nämlich, dass ein "Astro-Guru" unweit von meinem Standort im Urlaub weilte und kurzerhand wurde eine Lehrstunde unterm Sternhimmel vereinbart.
So durfte ich mich im Vorfeld schon darauf freuen, dass ein paar seeehr feine Ausrüstungsgegenstände zum Ausprobieren mitgebracht würden und ich das ein oder andere dazulernen kann - der Gast an meinem Beoplatz war nämlich niemand geringerer als unser bepelzter, schwarzgestreifter Mod/Admin Tigger Blushing

Kleines Stimmungsbild:

Bild Nummer

Gegen 23 Uhr begaben wir uns in den heimischen Hinterhof, meinem derzeitigen Beoplatz, zum Aufbauen. Zwar war Jans getreues 10" GSO dabei, aber dieser kam erstmal nicht zum Einsatz. In dieser Session würde Jan genug damit zu tun haben "Astronomie für Dummies" zu lehren, und außerdem wollte er einmal selbst mit einem MF Dobson beobachten.
Nachdem mein Scope aufgebaut war, betrachtete ich staunend den Aufbau eines echt großen Bino-Mounts und einem ebenso großen Bino darauf: ein TS 20x80 Triplet auf Astroengel'scher Montierung Drool
Hier musste ich wieder feststellen wie nützlich ein gutes Fernglas für Orientierung und Aufsuchen ist!
Während mein Dobs auskühlte, begann das stellare Sightseeing mittels Bino in Scorpius: Kugelsternhaufen M4, ein schönes Paradeobjekt. Der enorme Sternreichtum und sein helles Zentrum waren durch das Bino schon ein toller Anblick. Das TS Bino bildet scharf und kontraststark ab, kein Vergleich zu meinem eigenen (nun "Gurkenbino" genannten BigGrin) No Name-Glas.
Mit dem Dobs kann ich, der Hecke um unser Grundstück wegen, SCO leider nicht anpeilen...
Schon ging die Reise weiter zu Vulpecula und M27, dem Hantelnebel. Klar erkennbares Fluffbällchen, leicht oval. Seine inneren Strukturen ließen sich mit indirektem Sehen erahnen, brauchten aber etwas Fantasie um auszusehen wie das was dem Nebel seinen Namen gab. Da musste etwas höhere Vergrößerung ran.
Im selben Sternbild fand sich noch Collinder 399, der Kleiderbügelhaufen. Dieser Name wird der Sternenkette auch gerecht und ist lustig anzusehen.

Nun waren die Augen ordentlich adaptiert und warmgeguckt - es ging ans Teleskop.
Seit Ende Mai drohte ich M81/82 in UMa zwecks detailierter Zeichnung einen Rückbesuch an. Nun da ich mit neuem Übersichts-Oku und funktionierendem Fokus für die Speers Waler ausgerüstet bin, waren die beiden folglich das erste was ich anpeilte. Aber schon beim Blick durchs 24mm ES war klar - da ist nix klar! Der Siff hielt das GLX-Pärchen im Griff und ließ bei 7.2mm kaum Details durch.
Jan wusste den Frust gekonnt zu umgehen und instruierte mich 'gen Canes Venatici zu NGC5194, Whirlpoolgalaxie, mit Begleiter NGC5195. Freundlicherweise ignorierte er meine Schmatzgeräusche beim Anblick des leckeren Fluffs im Okular und wandte sich seinem Bino zu, während ich das Zeichenwerkzeug zur Hand nahm und die beiden GLX zu Papier brachte. Die Transparenz ließ auch hier wieder zu wünschen übrig. Dennoch waren die beiden gut zu erkennen, der etwas kleinere Begleiter mit sehr diffusen Rändern und die Spiralgalaxie ließ erahnen dass sie sehr strukturreich ist. Beide GLX besitzen einen hellen Kern.
Die Zeichnung entstand zum ersten Mal mithilfe RICHTIGEN Rotlichts. Wo ich mich vorher (beschämenderweise) mit einer Handy-App behelfen musste, klemmte jetzt eine Lampe von Astrogarten an meinem Zeichenbrett. Beide Hände freizuhaben macht das ganze wesentlich einfacher! Etwas modifizieren muss man die Lampe allerdings vorher, denn sie ist original viel zu hell. Dazu aber zu anderer Gelegenheit mehr.

Anschließend lernte ich M27 am Scope aufzufinden: In Sagitta/Pfeil, folgt man den drei Sternen des Pfeils von seiner "Feder" zur Spitze und nach oben einer markanten Sternkette entlang. Schon war der Hantelnebel nochmal im Okular und gab etwas mehr Details ob seines Kerns preis. Eine Hantelform war nun eher zu erkennen.

Von dort schwenkte Jan das Scope zu Cygnus und überließ mir den Platz am OAZ.
Was ich sah, war mit Abstand (vergebt mir das Wort) das bezauberndste Objekt bisher... Durch einen sehr hellen, klar konturierten Stern zog sich vertikal ein zarter, kaum wahrnehmbarer Schleier weg, sich nach unten hin etwas verstärkend und mit zarten Filamenten. NGC6960/92, der Cirrusnebel, harrte seiner Erkundung. Ich bewunderte den zarten Schleier während Tigger in seinem Okukoffer wühlte und eines seiner Okulare einsetzte. Ein neuerlicher Blick und.... wow. Der mittige Stern abgedunkelt, erschien der Schleier jetzt in seiner vollen Pracht. In Jans ES 24mm verrichtete ein OIII Filter sein Werk und ließ den "Sturmvogel" sehr deutlich hervortreten. Das Spiel "Nebel aus - Nebel an" mittels durchwechseln der beiden Okus behielten wir für die weiteren Abschnitte bei - dank des Filters war beeindruckend gut sichtbar, was den Nebelteilen zu ihrem Namen verhalf. Klar abgehoben und scharf konturiert streckt sich die "Knochenhand" am Himmel aus, ist der "Hexenbesen" zu erblicken. Wie gern hätte ich das alles gezeichnet aber die Zeit war dafür zu knapp. So viele Strukturen wie die einzelnen Abschnitte des Nebels im 12Zöller aufweisen, werde ich sicher noch einige Stunden mit der Beobachtung dort zubringen!

In Cygnus bleibend ging es weiter zum Asterismus "kleiner Orion", die Miniaturausgabe des Sternbilds, und von dort zu NGC7000, Nordamerikanebel. Auch dieses Objekt wies klare Konturen auf und war sehr strukturreich, wenngleich ich die einzelnen Teile der Namensgebung schwerlich erkennen konnte - was aber nicht verwunderlich ist, in Geo war ich schon immer recht mies BigGrin
Nach der "Offenbarung" des Cirrusnebels konnte mich NGC7000 leider nicht so begeistern, dennoch werde ich den Nebel gern einmal wieder aufsuchen.

Nochmal versucht eine GLX einzufangen: M101, Feuerradgalaxie in Ursa Major. Die Transparenz war leider noch einen Tacken schlechter geworden, daher konnte die GLX ihre Strukturen leider nicht zum Besten geben und blieb ein Fluff... Wir wechselten daher zu Andromeda, auch wenn der Himmel es eigentlich nicht hergab, aber ich wollte M31 (Andromedagalaxie) schon seit Monaten sehen. Einmal gewusst wo, ist sie freiäugig sofort zu erkennen. Zuerst erschien die Begleit-GLX M32 im Okular, heller Kern mit feinen Schleiern darum. Darunter befand ich eine Art seltsamer Lichtschein, Scope etwas nach oben gedrückt und... hoppla, DAS ist mal ein Brummer.
Da AND recht horizontnah stand und ebenfalls "eingesuppt" war, versteckte M31 all ihre Details. Doch allein die schiere Größe ist sehr beeindruckend und es machte Spaß, M31 mehrmals abzufahren. Direkt unter M31 harrte noch die Begleit-GLX M110, allerdings nur schwach auszumachen und beinah ganz vom Siff verdeckt.

Zum Abschluss schwenkten wir noch zu Cassiopeia und machten NGC457 aus, den Libellenhaufen. Warum dieser Asterismus so heißt war uns beiden nicht ganz klar und wir kamen überein, dass "E.T." eigentlich passender wäre - sieht die Sternenanordnung doch eher so aus wie das Alien mit dem berühmten Fingerzeig.

Mittlerweile war es 3 Uhr und keiner konnte mehr so richtig geradeausgucken. Wir beendeten die Sightseeing-Tour und bauten gemütlich ab. Kurzerhand vereinbarten wir eine zweite gemeinsame Session in der darauffolgenden Nacht wenn es nochmal gute Bedingungen geben würde. Da uns die Himmelsgötter wohl geneigt waren, trat dies auch so ein - aber darüber könnt ihr (bei Belieben) in einem zweiten Bericht lesen.
An dieser Stelle nochmals ein großes Fass voll Dank an dich, Jan, für die Lehrstunden und das mitgebrachte Equipment. Es hat riesen Spaß gemacht!
Zum Abschluss dieses Berichts gibts noch meine Zeichnung von M51. Vielen Dank fürs Lesen! Teil zwei folgt.

Bild Nummer 


Es grüßt,
Riann :)
~~~
Sternstunden mit 12" Dobspops

Sonntag, 25. Mai 2014

Erntedank in der Deepsky Kolchose


Als Antwort auf Bennys Beobachtungsbericht, meine Eindrücke einer tollen Nacht im Taunus:



Hi Benny, Grüße allen Genossen Wink


Das Erntedank-Beofest der Kolchose, zum feierlichen Abschluß der Galaxien-Hauptsaison war wirklich ein Gelungenes und begann für mich und den Astroengel ja auch schon vor Einbruch der Dunkelheit. Die PreBeobachterische Calzone-Mast mit dem König der Astrowastler war für sich schon ein Highlight, nicht nur dieser Nacht! Die Partyvorbereitungen hast Du, Benny, ja schon breit dargelegt und den Musketier-Prost-Schuß im Abendrot mit eingestellt! Das weitere "Große Hallo" lasse ich daher mal weg, meine MitKolchisten wissen ja daß wir "Spaß inne Backen" hatten!

Beobachterisch hatte ich heute, dank angegriffener Schulter, schon vorzeitig aufs "Kleine Besteck" wechseln müssen. Ich konnte nur mitnehmen was mit einer Hand zu tragen war und da ist selbst der fette Koffer des 4" Binos nebst Gabelmonti schon was für Astronomen mit Domstrebe am Bizeps Laugh

Ich hatte mich schnell an "Tralala" warmgeschaut und machte mich sogleich auf die Suche nach zuvor mit 10" beobachtetem, den Himmel so auf Transparenz und Tauglichkeit prüfend. N4631, die Walgalaxie aus dem letzten BB ist ja schnell gefunden und auch sehr prächtig anzusehen, mich hatte aber interessiert ob auch der Hockeyschläger NGC 4656/57 mit 4" geht, was mir gleich zu Beginn aber erstmal nicht gelang...ich staunte - doch noch etwas hell. In die andere Richtung hatte ich dann aber mehr Glück: IC 342, mein HassLiebling mit dem seltsamen Verhalten bezüglich Sichtbarkeit mit verschiedenen APs war mit einem Schwenk gefunden und lächtelte bei 40-fach gar mit ein paar erahnbaren Details zu mir runter.

Nach einigen weiteren Kontrollbeobachtungen wurde ich auch schon zum ersten Kontrollstop in Richtung Rainers Lichtbrücke, (dem Faint-Fuzzy-Labor der Kolchose) gerufen, die man eigentlich "Rainers Brücke in die Dunkelheit" nennen sollte, denn im Zweifel hat er sich derart funzligen Kram rausgesucht daß man wieder nur raten kann was er nun wieder drin hat.  Verraten wurde mir erstmal nix, ich erinnerte mich aber...vorsicht Wortwitz...dunkel Wink daß unser Quasarkönig sich auf die Jagd nach IC 1101 machen wollte. Interessantes Teil, besonders die reale Größe ist beeindruckend, aber da soll der Meister selbst referieren. Visuell erfassen konnte ich schon etwas, nachdem ich eingewunken war auf was es zu achten galt und recht schnell gelang mir auch die angefragte Sichtung: Ein eher dreieckig als oval wirkendes "Etwas" schälte sich aus dem Himmelshintergrund und war jeweils für Sekunden deutlich zu halten, dann aber wieder sehr schwer bis unsichtbar. Erstaunlich fand ich, daß mir quasi das ganze Gesichtsfeld "irgendwie gesprenkelt" vorkam...was angesichts des Fotos der Umgebung kaum verwundern mag - aber unmöglich eine echte Sichtung des "Zeugs drumrum" gewesen ist. (Ich forsche noch, ob man das überhaupt mit 12" wahrhaftig erfassen könnte, bin mir aber eigentlich sicher hier auf irgendetwas anderes hereingefallen zu sein - von Fabelbedingungen kann man bei uns im Taunus Ende Mai ja kaum reden. ) EDIT: Näää! Blanker Irr- und Schwachsinn! Da geht nix...lächerlich! Sorry für den Stuß^^  Das eigentliche Ziel, IC 1101, haben wir aber zu viert gesehen und auch alle bestätigt.
Jedenfalls gab es hier schonmal was zu sehen das ich mir selbst wohl nicht ausgesucht hätte, trotz meiner bekannten Liebe für Fluffiges^^ Danke Dir, Rainer!

Den Okularvergleich den Benny schon umrissen hatte, hatte ich auch schon lange herbeigesehnt, wartete das bereits im September letzten Jahres erworbene und seither mit großer Begeisterung eingesetzte 24mm Explore Scientific 82° auf den direkten Vergleich mit dem 26mm Nagler. Ein Vergleich der definitiv nicht hinkt! Trotz der, entgegen meiner Annahme, sichtbar verschiedenen Brennweite (Ich hatte vermutet, daß dies nicht ins Gewicht fallen würde, wurde aber eines besseren belehrt! Man muss allerdings wirklich direkt vergleichen, sonst merkt man es nicht.) möchte ich die Okulare als absolut ebenbürtige "Konkurenten" bezeichnen, wenngleich weitere, vielschichtigere Tests mit mehr Objekten und an meinem Teleskop noch ausstehen. Trotzdem sehe ich mich bestätigt: Hier kann man Geld sparen! Das für das grüne Okular nämlich, denn was einem für weniger als das halbe Geld in Form des ES 82° geboten wird, steht wirklich keinesfalls hinter der "Heiligen Kuh" zurück und macht den Kauf vom Geschäft zum Schnäppchen, denn den Unterschied in der bloßen Abbildung muss man sehen WOLLEN! Die für den Taunus sehr passende AP an f5 macht das Okular für mich zum Kauf, den ich in keinster Weise bereue und ohne mit der Wimper zu zucken allen unbebrillten Beobachtern mit schneller Spiegeloptik empfehlen kann.

Zurück am eigenen Bino unternahm ich nochmal einige großzügige Schwenks, VIR und COM ankratzend...in UMa nach Komet C/2012 K1 PanSTARRS schauend (sehr hübsch und leicht zu machen bei sowohl 20- als auch 40-fach und interessehalber probiert: auch im 10x50 zu sehen), versuchte mich an den Begleitgalaxien von M82 (leider das dunkle Zeitfenster verpasst und daher nicht entdeckt)

*Plattenadel über Platte Geräusch*

"Ah, Hallo Rainer!" BigGrin "Japp, Seyfert's Sextet schau ich mir gerne mal an..."
Leider blieb der Sechser nur zu Dritt, denn auch hier schlug der immer heller werdende Himmel deutlich zu, es war auch mit angezogener Bergrößerung kein Kontrast mehr zu reißen, der einen weiteren Kandidaten zu Tage gefördert hätte. Trotzdem Danke ich unserm Funzelmeister, daß er mir unermüdlich schöne Sachen zum Fraße vorwirft. Auch "Die Mäuse" hatte ich zwar ein paar mal bei anderen Beobachtern gesehen, selbst aber noch nie aufgesucht und nun ist der Drops wohl auch für dieses Jahr wieder gelutscht.... 


Eine Nacht mit meinen "Finstren Gesellen" ist ja ohnehin nie vergeudet...aber dieses rauschende Fest wird mir noch länger in SEHR wohliger Erinnerung bleiben.
Vielen Dank, Ihr Buben!  So gehört das.......


Gruß und allzeit klaren Himmel.... Ваше здоровье ! LOL


Jan

Samstag, 29. März 2014

Auffinden des Nordamerikanebels mit dem Fernglas

Beim lesen älterer Forumseiten kam mir wieder mal ein verschütteter Artikel von Kollege Heiko vor die Flinte, bei dem ich mit Entsetzen feststellte, wieviele Links doch beim einstampfen meiner alten JanEtarium-Seiten ins Datennirvana geschickt wurden. Drum habe ich die Karte von damals nochmal angefertigt und in meiner Dropbox abgelegt. *Link zum PDF*

Im Forenartikel von Heiko wird auch "der kleine Orion" erwähnt, die Lage des schönen Asterismus habe ich hier nochmal deutlicher eingezeichnet, der "Gürtel des Orion" zeigt in der Verlängerung genau in den "Bucht von Mexico" genannten Nebelteil.


Viel Spaß beim suchen und finden :)


Gruß und klaren Himmel

Jan

Freitag, 28. März 2014

Earth Hour nicht vergessen!

Licht aus!




Bei Youtube:


Was zu lesen gibt es hier und hier ;)



Gruß und klaren Himmel

Jan

Sonntag, 16. März 2014

Gastbeitrag: Neuer Komet C/2014 E2 "Jacques"

Gastbeitrag zum neuen Kometen C/2014 E2 Jacques, geschrieben von Christian Bartzsch, Sternfreunde Riesa:


Hallöchen!

Soeben lese ich im Internet, dass ein neuer Komet entdeckt ist. Siehe hier: klick mich. Wenn sich die Bahn nicht ändert, ist der Komet im August zirkumpolar und durchwandert die Sternbilder Perseus, Kassiopeia, Kepheus. In diesem Bereich ist die Helligkeit am interesantesten und liegt vielleicht sogar im Feldstecherbereich. Momentan hab ich nur einen groben/möglichen Helligkeitsverlauf dargestellt. Da kann sich evtl. noch einiges verändern, wie zum Beispiel die Bahn... Ist also erstmal ein grober Überblick, bis die Bahn durch weitere Beobachtungen hinreichend genau bekannt ist.

Bild Nummer
Beobachtungszeit: August, Mitternacht

Bild Nummer
möglicher Helligkeitsverlauf: Für die Formel m = m0 + 2,5 mag · 2 · log(delta) + 2,5 mag · n · log(r) hab ich folgende Parameter m0 = 8m5 und n = 2.8 gewählt. Die Werte sind momentan nur eine Schätzung, da der Komet aktuell 11m5 hat.

Hoffentlich wird das für uns im Sommer ein schöner Komet.

Viele Grüße

Christian 



Einen Thread dazu gibt es in meinem Heimatforum, mehr zum Kometen sobald die Bahndaten genauer bestimmt sind. Die Datei COM_JPL.txt für CNebulaX habe ich bereits aktualisiert, sie steht in der Downloadecke bereit. 
(aktualisiert am 22. + 26.03.2014)