Freitag, 12. Februar 2010

Bücher, Bücher....


Um wieder zu meinem eigentlichen Thema zurück zu kommen
möchte ich heute einige Bücher vorstellen, welche ich "damals" wie auch jüngst gelesen - ja teils regelrecht verschlungen habe. Diese kurze Liste kann durchaus als Einkaufsliste für den Einsteiger herangezogen werden, bietet sie doch von den ersten Schritten bis hin zum Expertenwissen über viele Monate einigen Lesestoff.
Zum besseren Beobachter machen sie nicht, aber einen besseren Einstieg und kurzweiligere Lektüre in Vollmondnächten kann man kaum haben...



Mein allererstes Buch zur Beobachtung gab es Dank Händler Gunnar Glitscher direkt zum Teleskop dazu



"Stars am Nachthimmel" von Korth/Koch, erschienen im Kosmos-Verlag.
Ein Buch, welches mich wirklich geprägt hat...
Der geneigte Leser bekommt hier zwar "nur" 50 Objekte vorgestellt, diese allerdings wirklich praxisnah präsentiert. Die Aufsuchkarten sind simpel gehalten und beschränken sich nur auf die zum aufsuchen relevanten Sterne. So macht man ganz nebenbei beim lesen der Objektinformationen noch seinen Führerschein im SternHüpfen. Statt der bunten Fotografien würde ich mir realitätsnähere Zeichnungen wünschen wie sie in anderen Büchern zur Präsentation herangezogen werden. Alles in allem ist "Stars am Nachthimmel" aber bei weitem tauglicher für den visuellen Einsteiger als die anderen Bücher, die gewöhnlich als "der Weisheit letzter Schluß" auf diesem Gebiet angepriesen werden...

Edit (2014): Auch in der neuesten Auflage noch empfehlenswert, wenn auch weiterhin nur bunte Bilder der Objekte abgedruckt sind und falsche Erwartungen wecken könnten. Die kleine Objektkunde bleibt interessant und die Aufsuchkarten genügen überwiegend zum finden.





Mein erster richtiger Sternatlas war der "Deepsky-Reiseatlas" von Feiler/Noack, erschienen im Oculum Verlag. In Verbindung mit einem TELRAD Peilsucher die ultimative Findemaschine... Der Atlas ist direkt angelehnt an den Deepsky-ReiseFÜHRER, geschrieben von Ronald Stoyan - ebenfalls aus dem Oculum-Verlag. Im Reiseführer werden 666 Objekte des Nachthimmels vorgestellt, etwa 300 davon mit ausführlicher Beschreibung und viele hiervon mit anschaulichen Zeichnungen. Für den Deepsky-Enthusiasten und den, der es werden will definitiv "Die BeobachterBIBEL".

Edit (2014): Mittlerweile sind sowohl der Reiseatlas, wie auch der Reiseführer deutlich bunter in der Aufmachung. Schaden tut es nicht, aber man hat den Praxisteil des Reiseführers deutlich zusammengestrichen! Ferner sind die Aufsuchkarten nahezu komplett aus dem Buch verschwunden und man verweist nun auf den Atlas, welchen dazu zu kaufen man faktisch gezwungen wird! Dafür gibt es deutlichen Punktabzug. In der Praxis wird man zwar früher oder später beide Bücher anschaffen und ich rate auch ausdrücklich dazu, allein die Darreichungsform findet nicht meine Zustimmung.





Zur Fernglasbeobachtung habe ich erst kürzlich ein Buch eingekauft. Verwunderlich, wenn man bedenkt wieviele Monate ich mich im Internet belesen habe... "Fern-Seher" von Lambert Spix - wieder aus dem Oculum Verlag - schickt sich an für beidäugige Beobachter das zu werden, was der "Deepsky-Reiseführer" längst ist: DAS Standardwerk. Von der Geschichte über die Technik zur Theorie und Praxis der Fernglasbeobachtung in der Natur und am Nachthimmel erfährt der Interessierte hier alles wissenswerte. Tipps und Kniffe worauf beim Kauf zu achten ist, anschauliche Illustrationen von Abbildungsfehlern, sowie Aufsuchkarten für einige klassische Fernglasobjekte....es bleibt kaum ein Wunsch offen und kein Thema unbeleuchtet. Das Einzige, was als Sahnehäubchen noch fehlt:
Eine detaillierte Bauanleitung für die perfekte Schwenkarmmontierung zur wackelfreien Beobachtung von Hund, Katze, Maus und Galaxie ;)






HIDDEN TREASURES !
Mehr wollte ich eigentlich nicht schreiben, denn dieses Buch hatte mich ab Seite EINS sprachlos gemacht.
Ich hatte schon das ein oder andere Buch zum Thema Beobachtung aus der Bibliothek entliehen und gelesen, Welch literarisches Feuerwerk Stephen J. O´Meara hier allerdings in seinem Werk "The Deep Sky Companions: Hidden Treasures" abbrennt stellt alles zuvor durchgearbeitete in den Schatten... In kapriziösen, im Wortschatz geradezu shakespeareresken Sprachbildern beschreibt der Autor hier 109 eher unbekannte Objekte:
Versteckte Schätze - und der Name ist Programm. In Sternbildern, die ein jeder kennt und vielleicht hundert Mal angepeilt hat, mitunter wenige Grad von "alten Hüten" entfernt sind hier ausnahmslos echte Leckereien aneinander gereiht. Sämtliche Beobachtungsziele sind bereits mit kleiner Öffnung zu sehen, ein Großteil gar im Fernglas auszumachen. Details gibt es natürlich erst mit ein wenig mehr "Dampf" zu bestaunen ;) Die Auswahl ist exquisit getroffen und nie langweilig. Zeichnungen und genaue Wegbeschreibungen zum Objekt runden die in den schillerndsten rhetorischen Farben gemalten Kunstwerke der Präsentation ab. Seite für Seite ein Hochgenuss... "Fasziniert von den Sternen" verblasst zum Gähner.


(Anmerkung: Ich möchte herausstellen, daß sich die Bücher "Fasziniert von den Sternen" von T. Ferris und "Hidden Treasures" von S.J. O´Meara natürlich nicht thematisch vergleichen lassen (Äpfel mit Birnen...). Ich wollte den mir entstandenen Lesespaß unterstrichen wissen, nicht die Leistung von Ferris schmälern, der sicherlich ebenfalls ein (für andere) fesselndes Stück Literatur geschaffen hat. )


Viel Spaß beim Lesen - Ich hatte ihn in jedem Fall !


Gruß und Klaren Himmel

Der Jan

Die Geschichte von so ziemlich Allem

Die Ausrichtung diese Blogs habe ich ja nun gefunden:
Es geht hier vornehmlich um Beobachtungen und wie man sie plant und durchführt.
Manchmal auch um ein wenig Technik und neue Spielsachen...
Aber wenn es jemand tatsächlich schafft die Geschichte von so ziemlich Allem auf einen einzigen Block zu kritzeln, wäre es unentschuldbar, dies hier nicht zu veröffentlichen ;)
Ausserdem wollte ich schon immer die Videofunktion testen.

Freunde der Zeichnerei aufgepasst: Kosmologie und Weltgeschichte kann so einfach sein...







In dieser schier endlosen beobachtungsfreien Zeit sei mir dieser Ausrutscher verziehen, oder ?

Gruß und klaren Himmel

Der Jan

Mittwoch, 10. Februar 2010

TIRAMISU





"Zieh´mich hoch", so spricht der Neuzeit-Römer.
Genau das kann ich nun mit meinem kürzesten Okular tun
um die Brennweite anzupassen...
Heute kam die heiss ersehnte Zoom-Hülse aus dem Hause
Mootz Astrozoom bei mir an und wurde flugs verbastelt.
TAADAA:

....und hochgezogen:


Nun geht´s ans testen der theoretisch idealen Eigenschaften der neuen Okularkombi.
In einem Bereich von 7,5 bis 3,5mm
(genaues ist noch unbekannt, da ungetestet)
kann ich nun stufenlos die Brennweite variieren und so im Hochvergrösserungssektor immer die richtige
Einstellung finden....Hoffe ich :D

Ich freue mich schon auf den ersten Test - der Himmel lässt sich aber wie immer etwas bitten.


Gruß und klaren Himmel

Der Jan