Freitag, 8. Januar 2010

Jetzt zeig doch mal...

Nach und nach - Lust und Zeit vorrausgesetzt - möchte ich hier natürlich auch einige Beobachtungsziele vorstellen.
Den Anfang macht heute....KEINE Galaxie.
Erstaunlich, ich weiß. Aber ich stehe noch unter dem Eindruck der Beobachtungsnacht mit den beiden Ferngläsern vor wenigen Tagen,
den BB hierzu gibt es ja schon seit gestern Abend zu lesen. Einige Objekte, die mir zum Opfer fielen habe ich mir allerdings exklusiv für diese Seite aufgehoben ;)

Das Erste "ZeigMal" ist tatsächlich ein Sternhaufen im Sternbild CAS, bekannt als NGC 225.
Dieser offene Sternhaufen macht sowohl im kleinen Teleskop, als auch mit dem 20x80 Fernglas richtig Freude - im 10x50 konnte ich Ihn noch nicht beobachten, da dieses am erwähnten Abend zur fraglichen Zeit zugetaut war, aber ich werde ihn schnellstmöglich nachbeobachten...




Aufsuchkarte aus der Deepsky-Datenbank von Astroinfos.net


Die verschiedensten Beobachter sahen in diesem Haufen schon die merkwürdigsten Dinge: Er heisst, je nach Quelle, "Segelboothaufen", "Gebrochenes Herz", oder wird gar als ein Falke im Flug beschrieben...
Der geneigte Beobachter möge selbst entscheiden - Ich hingegen finde ihn einfach recht hübsch.

In der Tat erscheint der Haufen irgendwie zweigeteilt und wächst bei indirektem sehen ein wenig an.
In einer visuellen Beschreibung in einem Buch wird ein Effekt vorgestellt, den ich ebenfalls noch nicht nachbeobachten konnte:
Wenn man den Sternhaufen leicht defokussiert und das Teleskop in leichte Vibration versetzt teilt sich das Objekt distinkt in zwei Hälften. Ich muss wohl doch mal etwas größeres darauf richten. In jedem Fall einen Schwenk wert.

Viel Spaß beim hinschauen und keine Angst: Bald gibt´s hier dann auch Galaxien :)



Gruß und Klaren Himmel

Der Jan

Was gibt´s denn da NICHT zu sehen... ?

Nun, was es wohl niemals im Amateurteleskop, oder irgendwo auf Erden zu sehen gibt habe ich gerade eben gefunden:
Das Video unten entstand nach der Deep-Impact-Mission (wir erinnern uns: ein Kupfergeschoß wurde auf einen Asteroiden abgefeuert und der Einschlag gefilmt - sehr aufschlussreich) und zeigt den Anblick, der sich der zurückfliegenden Sonde aus einer Entfernung von 50 Millionen Kilometern zur guten, alten Erde bot.

Da ich rechtlich auf der sicheren Seite sein möchte, hier mal nur der Link.
Anschauen, durchatmen, wiederkommen und weiterlesen....

Ein Mondtransit vor der Erde...

DAS gibt es sonst wirklich nirgends zu sehen. Wer nicht als Astronaut auf dem Weg zum Mars zufällig zur richtigen Zeit in die richtige Richtung fliegt (....also verflucht wenige Menschen ;) )
der wird so etwas wohl kaum mit eigenen Augen sehen können.

Schade eigentlich - bestimmt würde jemand hinschauen...


Gruß und Klaren Himmel

Der Jan

Montag, 4. Januar 2010

Wasgibtsdenndazusehen ? III

Mit meinem ersten Teleskop ging für mich ein Traum in Erfüllung und mein Leben wurde entscheidend bereichert. Selbst gekauft habe ich es mir nicht einmal – es war ein Weihnachtsgeschenk meines Vaters...nachdem ich dem Alter für derartige Geschenke eigentlich schon 25 Jahre entwachsen war.

Der Effekt war nicht minder dramatisch: Was ich mir in den 15 Jahren zuvor schon in der Theorie erlesen hatte – Stephen Hawking sei Dank befasste ich mich mit dem Thema schon seit geraumer Zeit – rückte nun in greifbare Nähe und wurde anschaulich.

Nach dem sehen und entdecken kam das erkennen, aber das staunen hörte nie auf.

Etwas länger als ein halbes Jahr sammelte ich Erfahrungen mit der kleinen Öffnung meines Erstteleskops, einem Meade ETX-70. Dann war es Zeit richtig hin zulangen : Ich gönnte mir selbst einen 10-Zöller. Ein Newton-Teleskop auf einer Dobson-Montierung, also nur „hoch, runter, links, rechts"...ohne automatische Nachführung, GoTo-Schnörkel und Ausgleich der Erdrotation und relativen Polhöhe – Beobachten PUR.

Aber was schaust Du Dir denn nun an ?“

Die schon erwähnte Liste von Charles Messier bietet in einem Teleskop dieser Größe schon eine Fülle an wirklich sichtbaren Details. Kugelsternhaufen präsentieren sich schon aufgelöst, Galaxien zeigen ihre Staubbänder und gar Objekte innerhalb entfernter Galaxien sind schon auszumachen. Manche Planetarischen Nebel zeigen Farbe – wenn auch nur schwach – und die feinen Strukturen galaktischer Nebel strahlen auf einen hernieder.

Galaxien haben es mir am meisten angetan, weshalb ich den Mond bei der Planung meiner Beobachtungen meide, wie der Teufel das Weihwasser. Dieser überstrahlt die schwachen Deepsky-Objekte, die die Lichtverschmutzung des nahen Frankfurt/Main übrig lässt dann zur Gänze und verdirbt mir allzu oft den Spaß.

Derzeit befasse ich mich beobachterisch mit Galaxien auf den Listen die von Sir Patrick Moore (Caldwell) und William Herschel (Herschel 400 I+II) zusammengestellt wurden. Auch der von Halton Arp publizierte Katalog von wechselwirkenden, also sich gravitationell beeinflussenden Galaxien ist faszinierend und immer wieder eine Quelle spannender Ziele. Dies verfolge ich auch recht systematisch und konzentriert, allerdings schaue ich dann und wann natürlich über den Tellerrand hinaus:

Die Galaxiengruppen des Hickson-Katalogs, die ich mit meinem Teleskop erreichen kann sind dünn gesäht, aber stets eine willkommene Herausforderung. Pärchen, Triplette und Gruppen von vier, fünf und mehr Galaxien, die gleichzeitig im Okular zu sehen sind begeistern mich immer wieder. Planetarische Nebel und Galaxienhaufen, die George Abell katalogisiert hat.... Barnards Dunkelwolken....



Die Möglichkeiten sind nahezu endlos...

Aber es kuckt ja wieder keiner.



Gruß und Klaren Himmel

Der Jan

Wasgibtsdenndazusehen ? II

Seit ich den Sternenhimmel zum ersten Mal durch ein Teleskop sah, ging von ihm eine für mich unglaubliche, fast (Nein...bestimmt) magische Faszination aus. Das erkunden des Himmels und beobachten der Deepsky Objekte, die Charles Messier in seiner Liste von nebulösen Objekten zwecks Ausschluss bei der Kometenjagd zusammengestellt hat, hat mein Leben entscheidend verändert. Ich war einfach nicht mehr „Der Selbe“.


Mit wachsender Begeisterung und Erfahrung erschlossen sich mir immer neue Details und das entdecken von neuem und erstaunlichem wird wohl den Rest meines Lebens weiter gehen, denn es gibt einfach viel zu viel zu sehen, als das man in einem einzigen Menschenleben den ganzen Himmel mit all seinen Schönheiten abgrasen könnte.

Eine weitere einschneidende Erfahrung war, dies auch mit dem Fernglas zu tun.

Ich war völlig von der Rolle, wie viele der Objekte, die ich im Teleskop schon beobachtet hatte auch im Fernglas zu sehen waren. Derzeit benutze ich 3 verschiedene Gläser zum spazierensehen, wie auch zum durchaus ernsthaften beobachten.

Schon mit einem günstig (€ 20.-) zu habenden Fernglas, wie einem 10x50 (10-fache Vergrößerung, 50mm Linsendurchmesser) sind nahezu alle Messier-Objekte zu sehen. Um sich einen Überblick am Nachthimmel zu verschaffen kenne ich nichts besseres – außer einem besseren Glas.

Wichtig sind neben einem dunklen Fleckchen vor Allem Ruhe und nötigenfalls ein kleines Stativ, oder wenigstens ein Besenstiel um dem unvermeidlichen, da unwillkürlichen wackeln durch das zittern der Muskeln entgegen zu wirken.

„Aber was schaust Du Dir denn nun an ??“

Nun, da wäre zum Beispiel der

Mond, mit dem Fernglas treten hier schon die ersten Krater und Gebirgsketten zu Tage (...äh, sagt man in diesem Fall „zur Nacht“ ? ;) ). Die durch Asteroideneinschläge vernarbte und durch tektonische Veränderungen zerfurchte Landschaft unseres Trabanten lässt wohl wirklich niemanden kalt. Zum ersten Mal blickt man auf eine fremde Welt außerhalb der unseren und aus dem Stehgreif ist selten jemandem mehr als ein WOW zu entlocken – es herrscht meist überraschte Stille.

Die Messier-Objekte, eine bunte Mischung aus Sternhaufen – offen, oder kugelförmig – galaktischen Nebeln (Sternenstaub), planetarischen Nebeln (Sternleichen), Supernovaüberresten und anderen, teils unglaublich weit entfernten Galaxien können schon mit diesem kleinsten aller astronomischen Hilfsmittel erfolgreich und mit Genuss beobachtet werden. Klein, aber definitiv sichtbar sind diese Glanzlichter des Himmels immer einen Schwenk mit der „Sternenbrille“ wert.

Die Planeten sind im Fernglas schon mit ersten Andeutungen von Details zu erspähen: Venus offenbart Ihre Phasen, Jupiter präsentiert die vier galileischen Monde und Saturn kommt als "Planet mit Ohren" daher - seine Ringe sorgen hier für einen wunderbaren Anblick. In jedem Fall werden aus Pünktchen schon Bällchen und sogar reine Galaxienfans wie ich kommen hier aus dem Staunen nicht mehr raus.


Die Möglichkeiten sind nahezu endlos...

Aber es kuckt ja wieder keiner.



Gruß und Klaren Himmel

Der Jan

Wasgibtsdenndazusehen ?

Auf etwa der Hälfte aller mir bekannten privaten Astroseiten gibt es mindestens einen Rechtfertigungs-Artikel des Betreibers. Offenbar sind Hobbyastronomen häufig von Menschen umgeben, die so gar kein Verständnis dafür haben, warum in aller Welt ein sonst vernünftig scheinender Zeitgenosse sich die Nächte draußen einsam in der Dunkelheit um die Ohren schlägt.
Schwärmerisch wird beschrieben, was den betreffenden (gefühlte 11 von 10 Hobbyastronomen sind männlich) nächtens unter den gestirnten Himmel treibt und wie meditativ und erdend, geradezu Lebens erhaltend die Erfahrung jedes mal wirkt.
Auf der Janetarium-Hauptseite möchte ich mir das schenken, aber hier kann man ja mal ein wenig Prosa in die Ewigkeit schicken...

Ich finde, die Frage nach dem WARUM würden sich viel weniger Menschen stellen, wenn sie nur wüssten WAS es zu sehen gibt. Sie scheinen bei Erklärung alle recht interessiert (oder heucheln es zumindest gut vor), geben sich allerdings selten wirklich Mühe, sich zu informieren und enden mit Sätzen wie „Du, da muss ich irgendwann mal mitkommen“ ohne jemals aufzutauchen. Ich habe mich nicht lange gewundert – auch nicht lange gefragt.

Wer heute Nacht hoch schaut , der sieht nichts tolles.

Zum Thema Lichtverschmutzung kann man sich sehr schön auf Wikipedia einige Informationen ansehen, das soll hier aber nicht Thema sein.

Wer heute Nacht außerhalb der Stadt hoch schaut, den erwartet noch immer schlicht beeindruckendes.

Vor den Genuss hat die Natur allerdings die Dunkeladaption gesetzt: Eine gute halbe Stunde sollte man sich schon Zeit nehmen, damit die tagsüber so treu dienenden Augen auch dem Nachthimmel etwas wirklich schönes entreißen können. Er hüllt sich schon ein wenig in Schweigen, der Sternenhimmel über uns, um uns. Diese zurückhaltende Form der Eleganz, die geheime Pracht ist es, die mich persönlich so fasziniert. Wer weiß WAS es zu sehen gibt, sieht jede Nacht wunderbares.

„Aber was schaust Du Dir den nun an ??“

Nun, um sich den Himmel wirklich mit nachhaltigem Genuss anschauen zu können bedarf es keiner teuren Materialschlacht – schon das blanke Auge ist genug.

Freiäugig, also „Oculo Inermi“, gibt es zunächst das Offensichtliche :

Der Mond ist nun nicht mein favorisiertes Beobachtungsziel, aber das macht Ihn ja nicht minder schön. Wer richtig hinschaut, erkennt schon mit bloßem Auge mehr als den „Mann im Mond“. Im asiatischen Kulturkreis ist es gar der „Hase im Mond“ - eine Kombination der dunklen und hellen Flächen der Oberfläche, hervorgerufen durch unterschiedlich starkes Reflektionsvermögen.

Große offene Sternhaufen wie die Plejaden oder die Hyjaden im Sternbild Stier, der Doppelhaufen im Perseus, die „Krippe“ in der recht unscheinbaren Konstellation Krebs...All das steht monatelang unbeachtet über uns und strahlt mit den Planeten um die Wette.

Die Planeten hat wohl jeder schon gesehen. Wenn auch meist, ohne es zu wissen.Die Venus als Morgen- oder Abendstern, Jupiter, Saturn und Mars sind an Intensität kaum zu überbieten und können auch bei widrigen Bedingungen noch gesehen werden. Die Verschiedenen Farben werden hier schon auffällig, auch variieren sie in Ihrer Helligkeit – gerade Venus hat Phasen, wie der Mond, welche aber zum bestimmen leider ein Teleskop voraussetzen.

Nordlichter in unseren (meinen... 50° Nord) Breiten eher selten, aber nicht ausgeschlossen sind das himmlische Feuerwerk das unsere Atmosphäre uns dann und wann schenkt und das uns immer wieder zeigt, wie wohl behütet wir von Ihr sind. Gefährliche kosmische Strahlung und der hier tobende Sonnenwind würden uns sonst mit aller Härte treffen...Naja – sie würden uns nicht treffen, da wir nicht DA wären * kicher *

Kometen flitzen ständig um die Sonne und somit auch über den uns sichtbaren Nachthimmel, einige schaffen es sogar hell genug zu werden, daß man sie auch mit bloßem Auge beobachten kann. Selten wird das Schauspiel aber derart beeindruckend, wie beispielsweise der Komet Hale-Bopp, der einige Wochen lang den halben nördlichen Himmel erleuchtete. Die schiere Länge der diffusen Schweife haut einen glatt um – besonders, wenn man mal nachliest wie lang LANG ist.

Die Milchstrasse ist unsere Heimatgalaxie. Wir sehen sie niemals zur Gänze und auch nicht immer gleich hell: Im Sommer prachtvoll, mit Ansätzen des riesigen Galaktischen Zentrums um die Sternbilder Skorpion und Schütze. Im Winter eher zurückhaltender, da wir hier aus unserer Heimat heraus in die Weiten des Alls schauen. Scheinbar dunkle Stellen markieren gigantische Gaswolken, die eines Tages (wir werden´s nicht mehr erleben) angeregt durch kosmische Schockwellen kollabieren und neue Sterne entstehen lassen können. Genau genommen waren auch wir einst Sternenstaub. Viele schaffen es aber schon nicht, den Unterschied zwischen Sonnensystem und Galaxie zu verarbeiten...man wird schnell unglaublich klein.

Meteore , „Sternschnuppen“ gibt es jede Nacht. Jüngst fragte mich eine flüchtige Bekannte, wann Sie Ihrer kleinen Tochter denn mal eine Sternschnuppe zeigen könne. Nichts einfacher als das: Ich zähle selbst in nicht sonderlich aktiven Beobachtungsnächten mindestens 10 rasende Kieselsteine, die aufgrund Ihrer schieren Geschwindigkeit die Luft um sich herum Ionisieren und zum Leuchten bringen. Wer sich zu den regelmäßig wiederkehrenden Meteorschauern mit Liege oder Isomatte unter das Sternenzelt legt und einfach nur in den Himmel blickt wird auf diese prächtigen Raketen nicht lange warten müssen.

Die Möglichkeiten sind beinahe Endlos...
Aber es kuckt ja wieder keiner.

Gruß und Klaren Himmel

Der Jan

Willkommen im JanEtarium

Mein erster Post - schon geht die Ahnungslosigkeit los...

Noch bin ich mir nicht recht im klaren darüber,
was hier noch so alles hin kommt.
Ein Blog musste her...man will sich ja mitteilen ;)
Hier ist ES nun und harrt seiner Füllung mit möglichst sinnigem Inhalt.

Wer hier liest, kennt wohl bereits auch meine
Heimatseiten-Baustelle:
Unter Janetarium.de gibt´s das Gröbste über mich schon zu lesen...

Hier werde ich mich nun von Zeit zu Zeit etwas zu den Dingen, die mir durch den Kopf gehen auslassen und auch eventuell an mich gerichtete Fragen beantworten.

Was auch immer aus dieser Seite wird - Ich hoffe, es gefällt...MIR :D

Gruß und Klaren Himmel

Der Jan